Die Geschichte von Zeneggen als Siedlungsraum reicht bis in die Bronzezeit zurück.
Zwischen 1900 und 1600 v. Chr. hinterliessen frühbronzezeitliche Bewohner beim Weiler Sisetsch Schalensteine, deren Bedeutung unklar (Kultstätten, Zeitmessung, Gewinnung von Gesteinsstaub?) ist.
Um 1250 v. Chr. befand sich auf dem Kasteltschuggen eine mittel-bronzezeitliche Höhensiedlung. Zwischen 450 v. Chr. und 100 n. Chr. existierte eine jung-eisenzeitliche (Frühlatène) keltische Siedlung (Uberer) beim Weiler Sisetsch.
Das erste erhaltene schriftliche Dokument über Zeneggen betreffend Wasserankauf aus dem Jungbach stammt aus dem Jahre 1150. Die Sicherstellung des Wässerwassers ist auch in den folgenden Jahrhunderten für Zeneggen ein zentrales Problem, wie diverse Urkunden über Nutzung und Wartung der Augsbordwasserleitung und später über Wasserzukauf aus dem Ginalstal belegen. Bis etwa 1500 wird Zeneggen nur unter dem Namen des mittleren Weilers «im Sisetsch» erwähnt. Nach dem 16. Jh. führte die Bevölkerung aufgrund mehrstufiger Mischwirtschaft (Viehhaltung, Acker- und Rebbau) eine jahreszeitliche Wanderung zwischen den verschiedenen Weilern und Voralpen durch. Um ca. 1600 wurden Kalkverarbeitung und Schmiedehandwerk von Zeneggern ausgeübt.
Im Jahre 1608 erfolgten der Bau des ersten Gotteshauses (alte Kapelle neben Burgerhaus, Abbruch in letzten Jahrhundert beim Strassenbau), im Jahre 1611 der Bau des heute noch genutzten Burgerhauses und im Jahre 1666 der Bau der Dreifaltigkeitskapelle (am Standort der heutigen Pfarrkirche). Im Jahre 1716 wird Zeneggen Rektorat (Kirche ohne Status Pfarrkirche) mit eigenem Geistlichen. Im Jahre 1718 erfolgte der Bau des Pfarrhauses, welches 1792 erweitert wurde. Im Jahre 1751 wurde die Dreifaltigkeitskapelle vergrössert und um den Glockenturm ergänzt (in den beiden Folgejahren werden die beiden ersten Glocken gegossen; spätere Ergänzungen – 1763 und 1846 – um weitere Glocken ermöglichten das Zenegger Glockenspiel). Im Jahre 1754 erhielt Zeneggen den Status einer Pfarrei (erst 1795–1819 kann man sich von diversen Abgaben an die Mutterkirche in Visp und bischöfliche Tafel befreien). Im Jahre 1819 erfolgte der Bau der Kapelle auf dem Biel zu Ehren der 14 Nothelfer. Zwischen 1877 und 1881 wurde die heutige Pfarrkirche am Standort der Dreifaltigkeitskapelle errichtet. Der Glockenturm wurde übernommen. Renovationen erfolgten in den Jahren 1932/33 (u. a. Glasfenster), 1955 und in den 1970er/1980er Jahren.
Beim Weiler Sisetsch befindet sich ein Exemplar (Bild) mit gut erkennbaren Schalen (Durchmesser ca. 5 cm) befindet sich ca. 200 m nördlich der letzten (von oben herabkommend) Haarnadelkurve vor dem Weiler Sisetsch in einer Höhe von 1260 m. Da das Gelände unmittelbar an einen Felsabbruch grenzt, ist Trittsicherheit und gutes Schuhwerk angezeigt.
exakte Position (gemäss GPS-Messung): 46° 16.23' N; 7° 52.22' O (WSG84) oder in Koordinaten der CH-Landeskarte: 633 255 / 124 450 (CH-1903)
Die mittel-bronzezeitliche Höhensiedlung auf dem Kasteltschuggen zählt zu den wichtigsten Fundstätten aus der Frühgeschichte des Wallis. Die damaligen Bewohner dürften von der Viehzucht gelebt haben (Knochenfunde aus dem Siedlungsgebiet zeigen mehrheitlich Haustiere, kaum Wild). Trockenmauern sind heute noch gut erkennbar. Diverse Funde aus mehreren Ausgrabungen wie Keramik und Bronzeobjekte (Dolch-/Meisselklingen) werden heute im im Kantonsmuseum in Sion aufbewahrt. Die gefundenen Mauerreste und die topographische Situation machen eine Deutung als "befestigte Siedlung" wahrscheinlich.
In den Äckern zwischen Sisetsch und Widum wurden 6-10 Gräbern mit zahlreichen Fundstücken aus Bronze (Armspangen, Fibeln und verzierte Armbänder) und Topfsteinbruchstücke (meist aus Giltstein) aus einer Topfsteinverarbeitungstelle gefunden (heutiger Aufbewahrungsort: kantonales Museum für Archäologie in Sion und t.w. historisches Museum in Bern). Das Material für die Topfsteine dürfte aus dem nahen Steinbruch „zur Grube“ stammen. Die Funde wurde einer jung-eisenzeitlichen (Früh-Latene) keltischen Siedlung (Uberer) zugeordnet.
Das trockene Klima in Zeneggen verlangte für die landwirtschaftliche Nutzung seit jeher eine künstliche Bewässerung von Feldern und Weidegebieten. Zu diesem Zweck wurde von den Bewohnern seit Jahrhunderten (schriftliches Dokument aus dem Jahre 1343) ein gemeinsam unterhaltenes ausgeklügeltes System von Wasserleitungen (Suonen), Weiher (dienten als Puffer) und Verteilsystemen erstellt und betrieben. Die Wasserbezugsrechte wurden auf "Tesslen" festgehalten. Die bedeutendste Wasserleitung war die Augstbordwasserleitung, welche in verschiedenen Varianten (Linienführungen, Bauwerken) existierte:
Detaillierte Information zum Thema Bewässerung in Zeneggen liefern
Siehe auch Informationen zu den Suonen auf Zenegger Gemeindegebiet in "Die Suonen und Bissen des Wallis"
Zeneggen - Suonen & Weiher im Oberwalliser Bergdorf (Reel - Kurzvideo im Vertikalformat)
Um 1600 werden Kalkverarbeitung und Schmiedehandwerk von Zeneggern ausgeübt. Einen gut-erhaltenen historischen Kalkofen (Feld-Kalkofen) kann man heute noch im Eggwald besichtigen. Im Kalkofen wurde aus Kalkstein (Hauptbestandteil Calziumcarbonat CaCO3) durch Erhitzen auf über 900 °C gebrannter Kalk (CaO) hergestellt ("Kalkbrennen"). Der gebrannter Kalk wurde vor allem als Mörtel verwendet.
Für weitere Informationen zur historischen Kalkbrennerei in der Schweiz siehe regiun.ch.
Lage: Der Kalkofen liegt sehr versteckt im Eggwald, ca. 300 m nord-nordöstlich der Alphütten in der mittleren Hellela in einer Höhe von ca. 1500 m
( Position gemäss GPS-Messung in Koordinaten der CH-Landeskarte: 631 080 / 126 190).
Am einfachsten findet man ihn, indem man zunächst von der unteren Hellela aus in Richtung Norden in den Wald tritt und den neuangelegten Fussweg Bürchen - Aussichtspunkt sucht. Diesen Weg folgt man in Richtung Osten. Beim Hinsweisschild "Kalkofen" biegt man ca. 50 m nach Norden ab
Das Burgerhaus von Zeneggen wurde im Jahre 1611 erbaut und im Jahre 1982 restauriert. In der Burgerstube finden regelmässig bis zum heutigen Tage die Urversammlungen der Zenegger Einwohner statt. Die diversen Fenster enthalten aus buntem, bleigefassten Glas die Wappen des Kantons, der Gemeinde und der Zenegger Burgerfamilien.
Im Untergeschoss befindet sich der Gemeindekeller, in dem einige historische Requisiten aus der Gemeindegeschichte ausgestellt sind: u.a. eine Tatze des letzten auf Zenegger Boden erlegten Bären und Tesslen (historische Belege für Wasserrechte und Besitztum).
Im Kapitel "Feldbau - Korn und Brot" der historischen Alpinmonographie von Stebler "Die Vispertaler Sonnenberge" wird detailliert über den Getreideanbau (v.a. Roggen) und die Weiterverarbeitung zu Brot in Zeneggen zu Beginn des letzten Jahrhunderts berichtet. Neben Getreide wurden auch Bohnen, Erbsen, Kartoffeln, Rüben, Kohl, Hanf und Flachs angebaut.
Der Ackerbau wurde in Zeneggen noch bis in die Mitte des letzten Jahrhunderts an verschiedenen Orten betrieben: Hellela, Riebenäcker, Ze Bifigu, Lochacker, Helbrigacker, Biel, Widum, Sisetsch, Eschacker (siehe nachfolgende geografische Information):
Vergleich Siedlungsgebiet Zeneggen in der CH-Landeskarte "heute versus Stand 1946": geoadmin.ch
Im Kapitel "Voralpen" der historischen Alpinmonographie von Stebler "Die Vispertaler Sonnenberge" heisst es: "......Zeneggen dagegen hat auf seinem Territorium keine Hochalpen; dafür haben einige Bauern daselbst Alprechte im Nanztal, im Ginanz und seit einem Jahre auch auf dem Simplon. Der Anteil der Zenegger Bauern an der Niederstenalp im Nanz war ehedem so gross, dass die Milch der Egger Kühe in einem besondern Senntum verkäset wurde, und noch heute heisst eines der beiden Senntümer in der Niedersten das «Egger Senntum». ...."
siehe Kapitel aus historischer Alpinmonographie von Stebler "Die Vispertaler Sonnenberge": Die Weinreben und der Wein
Im historisch wertvollen Rebberg des Vereins VinEsch (unterhalb des Zenegger Weilers Esch) werden auf Initiative des Visper Rebbauers Josef-Marie Chanton seit einigen Jahren wieder alte Rebbsorten (z.B. Gwäss, Himbertscha, Lafnetscha) kultiviert . Das Westschweizer Fernsehen RTS hat jüngst (am 11.3.2022) einen Fernsehbeitrag über sein Lebenswerk (u.a. auch über den historischen Rebberg) ausgestrahlt.
Im Jahre 1818 erfolgte die Grundsteinlegung für die Wallfahrtskapelle zu den "14 Nothelfer" auf dem Biel, einem bemerkenswerten Aussichtspunkt oberhalb Zeneggen auf ca. 1440 m gelegen. Der Hauptteil der Kapelle wurde um 1819 fertiggestellt, der Turm erst 1842 oder kurze Zeit später. Die Bielkapelle wurde zu Ehren der "14 Nothelfer" (dabei handelt es sich um die Heiligen: Eustachius, Christophorus, Pantaleon, Vitus, Achatius, Georg, Ägidius, Erasmus, Blasius, Dionysius, Cyriakus, Margareta, Katharina, Barbara) gebaut. Sie wird heute nur noch gelegentlich zum Gottesdienst an bestimmten Feiertagen oder zu Hochzeiten genutzt.
Josef Ruff (aus Törbel, lebte 1778-1848) ist der Erbauer des Altars mit der Darstellung der 14 Nothelfer.
Im Inneren befindet sich eine historische Orgel von nationaler Bedeutung, welche vom Schweizer Orgelbauer Peter Josef Carlen im Jahre 1820 erstellt und durch Füglister im Jahre 1983 restauriert wurde. Die Orgel besitzt ein Manual, sowie Pedal und 5 Register. Der "Wind" wird mechanisch mit Hilfe eines Blasebalgs erzeugt.
Die Pfarrkirche von Zeneggen wurde 1877 bis 1881 am Standort der alten Dreifaltigkeitskapelle gebaut.
Der Glockenturm wurde bereits 1751 erbaut, in den beiden Folgejahren wurden die beiden ersten Glocken gegossen; spätere Ergänzungen - 1763 und 1926 - um weitere Glocken ermöglichten das 5-glockige "Carillon" - Zenegger Glockenspiel (Audio). Über mehrere Jahrzehnte bis zum Jahre 2001 wurde das Glockenspiel von Viktor Zimmermann (siehe 1. & 3. Video), zuvor von Bernhard Andres und Anton Schaller (2. Video) praktiziert. Heute betätigen sich verschiedene Zenegger Jugendliche an Sonn- und Feiertagen als "Carilloneure".
Die Pfarrkirche wurde in den Jahren 1932/33 (u.a. Glasfenster), 1955 und in den siebziger / achtziger Jahren mehrfach renoviert. Beim Umbau 1987 wurde ein neuer Hochaltar errichtet, der sich ursprünglich als Seitenaltar in der Kirche von Heremence befand. Der Altar wurde im Jahre 1773 vom Bildhauer Christian Imhoff (Naters) erbaut. Dargestellt sind im Zentrum des Altars Johannes der Täufer, rechts der heilige Petrus, links wahrscheinlich heilige Ursula und als kleine Figur im Gibel der heilige Antonius.
Siehe auch Kapitel aus der historischen Alpinmonographie von Stebler "Die Vispertaler Sonnenberge": Das religiöse Leben
Peter Fasler, Orgelverzeichnis Schweiz & Liechtenstein: "Kath. Pfarrkirche Maria Himmelfahrt Zeneggen VS"
In früheren Jahrhunderten wurden in den Wäldern um Zeneggen verschiedene Raubtiere (Bären, Wölfe, Luchs) mit Fallen gejagt. Die nachfolgenden Fotos zeigen eine gut erhaltene Luchsfalle (Standort: oberhalb Wanderweg "obere Hellela / Hochstetten"; exakte Lage in CH-Landeskoordinaten: 632417 / 122802, auf einer Höhe von ca. 1650 m).
Siehe auch Alpin-Monographie von Stebler, 1921 (Kapitel: "Wald und Wild").
...An Wild sind die Vispertalerberge arm. Vor noch nicht hundert Jahren hauste hier zwar der Bär. Im Gemeindekeller von Zeneggen wird noch jetzt die Tatze («Plampe») eines Bären aufbewahrt (Fig. 82), der vor hundert Jahren in der Gemeinde erlegt worden ist. Früher seien es zwei «Plampen» gewesen, die unter der First des Gemeindehauses angenagelt waren. Der Bär, von welchem die Pfote stammt, wurde vom Dorfe bis an die Vispach hinunter verfolgt und war im Begriff, über den Fluss in das Gebiet von Visperterminen überzusetzen, als er sich zur Wehre setzte. Wütend wandte er sich im letzten Augenblick gegen einen seiner Verfolger und «schreckte» demselben mit der Tatze die Kopfhaut ab; im gleichen Moment streckte ihn die Kugel einer Muskete nieder. Es war der letzte Bär der Gegend. Vor 250 Jahren sei er im Wallis so häufig gewesen, dass nur in der Landvogtei St. Moritz jährlich 15-20 Stück geschossen oder sonst erlegt worden sind. Im Meiggerli, einer Voralp am Eingang ins Ginanztal, sieht man heute noch die hölzernen Barrikaden, die als Bärenfallen benützt wurden. ....Auch der Wolf muss ehedem verbreitet gewesen sein. Auf der «Wolfsgrubeneggu» im Eggwald in Zeneggen befindet sieh noch eine Wolfsgrube (Fig. 83), eine runde, 3 m tiefe, gemauerte Grube im Durchmesser von 4 m, in welcher der Wolf gefangen wurde.
weitere Fotos der Luchsfalle
Funktionsprinzip der Luchsfalle: "Der 1909 in Ried im Lötschental geborene Jäger Max Rubin, erzählte einmal, wie diese Luchs- und Marderfallen funktionierten: Das Raubtier habe sich trotz des Köders nie in einen geschlossenen Gang hinein gewagt. Nur wenn am anderen Ende ein Ausgang und Tageslicht sichtbar sei, gehe das Raubtier hinein. Man legte daher in der Mitte den Köder aus. An ihm waren zwei Schnüre befestigt, die zum vorderen wie zum hinteren Eingang der Luchsfalle führten. Dort war ob dem Zugang je eine kleine Holztür fixiert. Das Türchen liess sich in zwei seitlichen Nuten auf und ab bewegen. Berührte ein Tier die Schnur, so lösten sich beide Arretierungen und die Türchen fielen wie eine Guillotine herunter und schlossen beide Zugänge." (Quelle: https://www.kulturweg-zermatt.ch/9-luchsfalle/)
Klaus Anderegg, 1980, ".......Oberwalliser Emigration nach Übersee im dritten Viertel des 19. Jahrhunderts", Schweizerisches Archiv für Volkskunde, 76 (1980), Heft 1-2:
Interessante Fernsehsendung: SRF DOC, 18.4.2013, "Auf in die Pampa - Auf den Spuren von Walliser Auswanderern"
weiterführende Literatur:
BURGEN 1460 m ü.M. war bis 1542 eine eigene Gemeinde, seither ein Weiler von Törbel . Burgen liegt am Weg, der in alter Zeit vom Rhonetal über Zeneggen-Törbel-Embd ins Nikolaital führte. Der Name deutet auf eine Wehranlage hin. Am Platz beim Brunnen fand man denn auch Überreste eines mittelalterlichen Wohnturms, der aufgrund der romanischen Bauelemente dem späten 12. oder 13. Jahrhundert zugeschrieben wird.
Ende des 13. Jahrhunderts sind Geschlechter von Burgen bekannt, die Bewohner des Steinhauses sein mussten. So erwarb am 29. September 1303 Peter, der Sohn des verstorbenen Herrn Matthäus, «ab Burguna», ein Wasserrecht, und um 1308 tritt sein Bruder Wilhelm als Zeuge auf. Im Jahr 1354 tritt ein Herr Cono de Burgun in einer Urkunde auf. Im 14. oder 15. Jahrhundert erfuhr der erwähnte Bau eine Erweiterung nach Norden und 1616 erhielt er die heutige Gestalt. Um diese Zeit war das Haus im Besitz der Familie Wyss, weshalb es heute «s' Wysse Hischi» genannt wird. Im Jahre 1676 zog Peter Wyss mit zahlreichen Törbjern nach Frankreich, um unter den Fahnen des Sonnenkönigs Ludwigs XIV zu dienen. Er brachte es in der Walliser Söldnertruppe zum Hauptmann. Als vermögender, angesehener Mann kehrte er 1682 in die Heimat zurück. 1710 übertrugen ihm die Zehnden Visp das Amt eines Grosskastlans. Er verstarb 1721.
Auf einem Felsen in Burgen steht die von Peter Wyss um 1700 errichtete Kapelle zur seligen Jungfrau. Es wird berichtet, das er die Kapelle zum Dank für seine glückliche Rückkehr aus den Kriegsdiensten in Frankreich errichten liess. Im Altar sind unter dem Schutzmantel der Maria die Statuen des Hauptmann Wyss und seiner Familie zu finden. Bzgl. Baustil Gewölbter Barockbau mit schwach eingezogenem, grade geschlossenem Chor. Zierliches, tuffsteinernes Dachtürmchen mit offenem Glockenjoch Ausstattung. Hinter bunt bemaltem hölzernem Chorgitter von 1700 prachtvoller Altar (datiert 1701) von Johann Ritz mit der Darstellung der Barmherzigen Maria (restauriert 2006/2007).
In den nachfolgenden Jahren führte die im Wallis übliche Erbteilung dazu, dass immer mehr Törbjer Familien «s' Wysse Hischi» unter sich aufteilten. Gegen Ende des letzten Jahrhunderts bestand das Haus aus 17 Erbteilen und war vom totalen Zerfall bedroht. 2000 fand es neue Eigentümer, die es in Zusammenarbeit mit der kantonalen Denkmalpflege sorgfältig renovierten und in den Zustand von 1616 zurückführten. Heute steen die Kapelle zu seligen Jungfrau und «s' Wysse Hischi» unter dem Schutz der kantonalen Denkmalpflege.
Während Burgen in der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts vom Zerfall bedroht schien, wurden in neuerer Zeit dank private Initiative zahlreiche Gebäude wider instand gestellt. Dazu beigetragen hat die 1975 von den Eigentümern gegründete Genossenschaft «Burgen-Hüsacher», die den alten Säumerweg zur Strasse ausbaute, sowie die 2003 erfolgte Erschliessung mit Wasser und Strom. Heute lebt Burgen wider und der Weiler ist im «Bundes- inventar der schützenswerten Ortsbilder von nationaler Bedeutung der Schweiz» aufgeführt.
zur Restauration des "Wysse Hischi"
Die historische Alpinmonographie von Stebler "Die Vispertaler Sonnenberge": Jahrbuch der Schweiz, 56. Jahrgang, Schweizer Alpenclub, Bern, 1921 (HTML) ist eine hervorragende Informationsquelle, um sich umfassend mit der Situation von Zeneggen (Geographie, Rebbau, Ackerbau, Viehwirtschaft...) und seiner Bewohner (Religion, Kultur, Bräuche und Alltag..) zu Beginn des letzten Jahrhunderts vertraut zu machen.
1936, 1941, 1949, 1958, 1972, 1981, 1987, 1999, 2005
Vergleich Siedlungsgebiet Zeneggen in der CH-Landeskarte "heute versus Stand 1946": geoadmin.ch